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MEILENSTEIN
Das Wirken und Werken im Netz der Netze ist trotz aller aus Facebook-Revolutionen und Youtube-Karrieren gespeisten Faszination doch gemeinhin von schaler Ineffizienz gebeutelt. Je aktiver man sich im WWW gebärdet, desto offensichtlicher wird doch: Erwarte niemals mehr als den sympathischen Hauch eines selbstgenügsamen Vergnügens! Die hierfür verprasste Onlinezeit und bemühten Aktualisierungstätigkeiten werden uns in ein paar Jahren als Geisteskrankheit unserer Generation vorgehalten. Trotzdem hatten wir unseren Spaß.
Nun, was war das nun gerade doch für ein schwerfälliger Einstieg zu einem Artikel, der sich im Folgenden der wundervollen Verquickung von Online- und Offline-Aktivitäten verschreibt. Und das auf schwerem Geläuf: Denn - die diesem Blog schon länger treuen Leser mögen sich erinnern - eine meiner augenfällig sinnfreiesten Tätigkeiten meiner Blogdatenproduktion war wohl die Dokumentation der Berliner Straßen und Plätze in den Weiten der Republik.
Bei diesen Dokumentationen sind mir die an solchen Orten oft platzierten Berlin-Kilometersteine stets eine besondere Freude gewesen. So bildete eine Foto-Auflistung der bei meinen Reisen entdeckten Steine nach 101 dokumentierten Straßen den folgerichtigen Abschluss der Serie. In ebenjenem Artikel hatte ich darum gebeten, mir die Vorkommen weiterer Berlin-Kilometersteine per Mail zu melden - ein Aufruf, der nicht völlig unerwartet ohne Antwort blieb.
Zwar nur aus Papier, aber in Originalgröße: Der Frankfurter Berliner Bär im Mampf!
Nun durfte ich aber kürzlich erfahren, dass meine Serie nicht vollends unerhört in den Weiten des Webs verhallt. Dass ich mitnichten der Einzige bin, den solche Berlin-Steine erfreuen.
Ein Jazzkneipenbetreiber aus Frankfurt geht da einen Schritt weiter ins reale Leben und engagiert sich für die Wiedererrichtung solcher Steine, die die Bundesregierung in den 50er und 60er auf eine Initiative von Gerd Bucerius an westdeutschen Autobahnen aufstellen ließ. Der Bund der Berliner und Freunde Berlins (BdBFB) ließ weitere Steine errichten, so dass deren Anzahl auf rund hundert Stück anwuchs. Und auf eine unbekannte Zahl wieder sank, denn viele dieser Steine wurde indes und insbesondere nach dem Fall der Mauer abgebaut und vermodern in Autobahn-Meistereien. Oder verschwanden spurlos.
Michael Damm spürt diesen Berlin-Steinen nach, geriet darüber auch auf meine Blog-Rubrik und mein letzter Auftritt in Frankfurt bot die Gelegenheit zum Berlinkilometersteinerfahrungsaustausch im "Mampf". Bei Bier und Chili erfuhr ich vom erfolgreichen Comeback des Bad Vilbeler Berlin-Steins (360 Kilometer), aber auch vom abgewehrten Antrag, den Frankfurter Stein (350 Kilometer) aus dem Waisenhaus der Autobahnmeisterei zu befreien und an der Frankfurter Berliner Straße (über deren trostlosen wie referenzarmen Zustand ich bereits berichtete) wieder sichtbar zu machen. Lokalpolitiker gegen Hauptstadtsteine - was sollen wir denn davon halten?
Nun, wir errichteten kurzerhand eine Kopie des Frankfurter Berlinsteins im "Mampf", so dass zumindest die Leser dieses Blogs das Antlitz dieses Steins erahnen dürfen. Mit den ausgewiesenen 550 Kilometern würde er in unserer Foto-Auflistung zwischen Mainz und Solingen landen.
Und das Treffen in Frankfurt soll natürlich Anlass sein, weitere Kilometer-Lücken in dieser Liste zu schließen...
Relaunch in Kürze.
Frankfurt, den 29.05.2011
PIANO RESTAURIERUNG
Am Piano des Jazzlokals Mampf zu Frankfurt am Main ist eine wohl einmalige und nahezu vollständige technische Restaurierung durch Klavierbaumeister Ingmar Pfeffer, Kelkheim am Taunus, vorgenommen worden Bei der aufwändigen Reparatur wurden unter anderem sämtliche Stimmwirbel und alle Saiten erneuert, so daß von jetzt an über mehrere Jahrzehnte hinweg eine regelmäßige Stimmung des bereits heute ca. 80 Jahre alten und mehrmals wöchentlich bespielten Mampf-Pianos gewährleistet ist. Aus Anlaß der Fertigstellung des ersten, wesentlichen Bauabschnitts der Restaurierung (Stimmwirbel nebst Saiten) fand am Mi, 9.6.2004 um 20 h 30 das MAMPF-PIANO-BENEFIZ-KONZERT statt. Es spielte das MATTHIAS SCHUBERT JAZZTRIO mit M. Schubert (p), Gernot Siegl (saxes, fl), Uli Wanka (b).
Mampf-Fans, die sich mit einer Spende an den Kosten der Piano-Restaurierung beteiligen möchten, erhalten für ihr Engagement eine Urkunde mit folgendem Text:
"Der Inhaber dieser Urkunde hat durch seine großzügige Spende dazu beigetragen, daß am Piano des Jazzlokals Mampf zu Frankfurt am Main eine wohl einmalige und nahezu vollständige technische Restaurierung durch Klavierbaumeister Ingmar Pfeffer, Kelkheim am Taunus, vorgenommen werden konnte. Bei der aufwändigen Reparatur wurden unter anderem sämtliche Stimmwirbel und alle Saiten erneuert, so daß von jetzt an über mehrere Jahrzehnte hinweg eine regelmäßige Stimmung des bereits heute ca. 80 Jahre alten Pianos gewährleistet ist. Als Anerkennung für die Mithilfe bei der Überholung dieses Instruments erhält der Spender anhängend einen der 280 alten Stimmwirbel zum Andenken an die vielen Konzerte, für deren Erklingen derselbe jahraus jahrein gesorgt hat."
Mampf, den 09.06.2004